Damit wir im Ernstfall wissen, was zu tun ist - Neuwied-Andernach
Orga-Team der „3000 Schritte für Bewegung und Begegnung“ des Lions Club Neuwied-Andernach frischt Erste-Hilfe-Wissen auf.
Als Referent konnte mit Dr. Burkhard Hügl, Chefarzt der Kardiologie am St. Elisabeth-Krankenhaus Neuwied und Lionsfreund, ein ausgewiesener Fachmann gewonnen werden. Anschaulich und praxisnah vermittelte er zunächst, wie unser Herz arbeitet und was geschieht, wenn es plötzlich aus dem Takt gerät oder ein Mensch einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet. Kurze Filme und Animationen machten sichtbar, was man sonst nur schwer vor Augen hat.
Doch beim Zuschauen blieb es nicht. Was tun, wenn während der 3000 Schritte oder irgendwo im Alltag plötzlich ein Mensch leblos zu Boden sinkt? Ruhe bewahren, die Situation prüfen, die 112 verständigen und vor allem: handeln. Das war eine der wichtigsten Botschaften der Fortbildung.
Dr. Hügl zeigte, wie die Atmung kontrolliert und überprüft werden kann, ob die Atemwege frei sind. Anschließend wurde die Herzdruckmassage an einer Reanimationspuppe praktisch geübt: Hände auf die Mitte des Brustkorbs, Arme durchstrecken und kräftig und schnell drücken. Auch der Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED) wurde besprochen.
Dabei wurde schnell deutlich, dass Wiederbelebung körperlich anstrengend ist und im Ernstfall gutes Zusammenspiel gefragt ist. Sind mehrere Menschen vor Ort, ist es hilfreich, wenn eine Person den Überblick behält, die Aufgaben verteilt und gewissermaßen „Regieanweisungen“ gibt. Einer ruft den Rettungsdienst – 112 –, ein anderer holt, wenn vorhanden, den Defibrillator, während weitere Helfende die Herzdruckmassage übernehmen und sich dabei regelmäßig ablösen. So weiß jeder, was zu tun ist, wertvolle Zeit geht nicht verloren und aus einzelnen Helfenden wird ein gut koordiniertes Team.
Und noch etwas nahm das Orga-Team mit: Die Sorge, etwas falsch zu machen, darf uns nicht davon abhalten zu helfen. Der größte Fehler wäre, nichts zu tun.
Für die acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es eine ebenso informativer wie eindrückliche Fortbildung. Denn zu den „3000 Schritten für Bewegung und Begegnung“ gehört nicht nur, gemeinsam in Bewegung zu bleiben, miteinander zu reden und Gemeinschaft zu erleben. Es gehört auch dazu, aufeinander zu achten und füreinander da zu sein, wenn es darauf ankommt.
Wer die wichtigsten Schritte einer Wiederbelebung noch einmal nachlesen möchte, findet bei der Deutschen Herzstiftung und beim German Resuscitation Council (GRC) kompakte Merk- und Notfallkarten zum kostenlosen Download. Sie erinnern an das einfache Prinzip „Prüfen – Rufen – Drücken“ und können helfen, das Gelernte auch im Alltag präsent zu halten.
Reanimation: Wie gelingt eine Herzdruckmassage? | Herzstiftung
German Resuscitation Council: Reanimation – Prüfen, Rufen, Drücken
Ein herzliches Dankeschön an Dr. Burkhard Hügl für seine Zeit, seine anschaulichen Erklärungen und eine Fortbildung, nach der wir hoffentlich nie anwenden müssen, was wir gelernt haben – aber im Ernstfall wissen, was zu tun ist.
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Seit dem Start am 9. April 2025 treffen sich Woche für Woche Menschen jeden Alters im Schlosspark in Neuwied, um gemeinsam in Bewegung zu kommen und miteinander ins Gespräch zu gehen. Das Angebot richtet sich insbesondere an ältere, alleinstehende oder einsame Menschen sowie an neu Zugezogene – kurz: an alle, die Kontakt suchen und Gemeinschaft erleben möchten. An mittlerweile 50 Mittwochen – außer Heiligabend und Silvester – waren im Durchschnitt rund 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei. Verlässlich jede Woche mit vor Ort: drei bis fünf Mitglieder des Lions Clubs, die das Angebot begleiten und mit Leben füllen.
Der Spaziergang dauert etwa anderthalb Stunden und folgt einem besonderen Konzept: Entlang des Weges gibt es sogenannte „Halteinseln“. Hier kommen alle wieder zusammen, tauschen sich aus und erhalten kleine Impulse oder Inspirationen. Die von den Lions gestifteten Bänke sind dabei feste Anlaufpunkte geworden – nicht nur zum Ausruhen, sondern auch für einfache gemeinsame Bewegungsübungen.
Doch „3000 Schritte“ ist längst mehr als ein Spaziergang. Monatliche „Special Events“ sorgen für zusätzliche Abwechslung und haben das Angebot weiter bereichert. Dazu gehören unter anderem Yoga, Tanzen, gemeinsames Singen, Waldbaden, eine Adventsfeier oder auch eine Büttenrede – Beispiele für die Vielfalt und Lebendigkeit der Gruppe.
Vor allem aber ist ein Raum entstanden, in dem Begegnung zählt. In unzähligen Gesprächen wurde gelacht, nachgedacht, geteilt – Heiteres ebenso wie Schwieriges. Genau diese Mischung macht den besonderen Wert der Initiative aus.
Für viele Teilnehmende ist das Angebot inzwischen ein fester Bestandteil ihres Alltags geworden. So beschreibt es eine Teilnehmerin treffend: „Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass es einen Termin in der Woche gibt, der immer stattfindet und auf den man sich immer freuen kann.“
Jeden Mittwoch um 15 Uhr beginnt das Treffen am Biergarten im Schlosspark, gegen 16.30 Uhr kehren alle dorthin zurück. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – jede und jeder kann einfach dazukommen und wird herzlich willkommen geheißen.
Ein Jahr „3000 Schritte“ zeigt: Aus einer einfachen Idee kann etwas Großes wachsen – ein Ort der Bewegung, der Begegnung und des Miteinanders, der die Stadt nachhaltig bereichert.
Kontakt: Dr. Sylvia Brathuhn, brathuhn@t-online.de

