Lions Club unterstützt Leseförderprojekt für junge Menschen im Strafverfahren.

Neuwied-Andernach | 09. Januar 2026 | Ulrich / Ritter
Um die wichtige Arbeit des Hauses des Jugendrechts nachhaltig zu stärken, wurde ein Förderverein gegründet, der inzwischen als gemeinnützig anerkannt ist. Ziel ist es, die Arbeit des Hauses des Jugendrechts finanziell und ideell zu unterstützen. Ein konkretes Beispiel für dieses Engagement ist die Förderung eines pädagogischen Leseprojekts durch den Lions Club, das jungen Menschen im Strafverfahren neue Zugänge zu Reflexion und Verantwortungsübernahme eröffnet.

Junge Menschen, die straffällig geworden sind, haben häufig Schwierigkeiten, sich mit ihrer Tat und den eigenen Beweggründen auseinanderzusetzen. Das Leseprojekt setzt hier an und bietet einen pädagogisch begleiteten, niedrigschwelligen Zugang zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln.
Dank einer Spende des Lions Clubs in Höhe von 500 Euro konnte die vorhandene Buchauswahl gezielt erweitert werden. Die Jugendbücher greifen unterschiedliche Straftatbestände wie Körperverletzung, Diebstahl, Beleidigung, Sachbeschädigung, Drogendelikte oder sexuelle Grenzverletzungen auf. Darüber hinaus behandeln sie jugendnahe Themen wie Gewalt, Sucht, Mobbing, Freundschaft, Familie, Liebe, Freiheit sowie die Gefahren des Internets.
Das Projekt wird im Einzelkontakt zwischen einer sozialpädagogischen Fachkraft und dem jeweiligen jungen Menschen durchgeführt. Je nach Delikt und persönlicher Situation wird ein passendes Buch ausgewählt und ein Zeitraum für die Lektüre vereinbart. Während des Lesens setzen sich die Jugendlichen mit den Inhalten auseinander und reflektieren sowohl die Handlung als auch Parallelen zur eigenen Tat und Lebenssituation. In begleitenden Gesprächen werden die gewonnenen Erkenntnisse vertieft. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die bloße Erfüllung einer Auflage, sondern die Förderung von Einsicht, Verantwortungsbewusstsein und Perspektivwechsel.
Eingesetzt wird das Leseprojekt durch die Jugendhilfe im Strafverfahren insbesondere im Diversions- und Jugendstrafverfahren sowie bei Schulpflichtverletzungen im Rahmen von Bußgeldverfahren. Es stellt eine sinnvolle Alternative zu Sozialstunden dar – ganz im Sinne von „Lesen statt fegen“. Ziel ist es, Einsicht zu fördern, neue Perspektiven zu eröffnen und konstruktive Lösungsstrategien im Umgang mit Konflikten zu entwickeln. Gleichzeitig werden die Lese-, Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeiten der jungen Menschen gestärkt.
Durch die Unterstützung des Lions Clubs sowie das Engagement des Fördervereins konnte das Leseprojekt nicht nur inhaltlich erweitert, sondern auch gezielter an die individuellen Lebenslagen der Jugendlichen angepasst werden. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Präventions- und Resozialisierungsarbeit geleistet.